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CLEMENS NEUFELD
Der musikalische Weg des 1970 geborenen österreichische Musikers, DJ und Produzenten Clemens Neufeld, Gründer und künstlerisch Verantwortlicher von GIANT WHEEL Records, zeichnet sich aus durch seine sowohl selbstlose als auch selbstbewusste Kompromisslosigkeit. Es widerstrebte seinem Wesen immer, bereits ausgetretene Pfade zu begehen. Er sieht seine Musik als Transportmittel, in das er zur Mitreise ins Unbekannte einlädt, immer angetrieben von der Lust, von der nächsten Ge-ländekante aus in unerforschte Welten zu schauen.

Als Künstler mit einem ungewöhnlich vielseitigen musikalischen Hintergrund versuchte er nie, gän-gige Musik-Formeln zu kopieren, sondern ließ all seine Leidenschaften zu seinem ganz eigenen Stil verschmelzen.

Sei es in in Form von „wahrem“ Techno, atmosphärischen, deepen Clubtrax oder anar-chistischer Spaß-Tanzmusik - der gemeinsame Faktor ist Neufelds Lust am Neuen, am Sprengen von Genre-Grenzen, immer mit seinem Gespür für hypnotische Spannung und musikalischen Zauber, sowohl in seinen Tracks als auch in seinen DJ-Sets.

"Zu viele Musiker sind verliebt in die Form, statt in den Inhalt: die Leidenschaft, die Emo-tionen, die Energie..."


Er war Initiator, Veranstalter und Resident DJ beim ersten wöchentlichen House-/Techno- Club Ös-terreichs, dem „Space Jungle“ im legendären Wiener U4 1991, der zum Kristallisationspunkt der frühen Wiener Elektronik-Szene wurde. Bereits in den frühen 90ern teilte er sich die Decks auf un-zähligen Veranstaltungen, vor allem in Wien (u.a. auf den ersten Gasometer-Techno-Parties) und im benachbarten Ausland, mit Meistern wie Kevin Saunderson, Jeff Mills, Robert Hood, Mike Dunn, Cajmere / Green Velvet, Roy Davis Jr., Frank De Wulf uva.

Neufelds Sound war zu der Zeit schon sehr individuell, ein undogmatischer Mix aus Chi-cago (Acid-) House, NY Garage, Detroit Techno und europäischen Derivaten.

Seine ersten relevanten Produktionen erschienen 1993 auf GIG Records, dem Label von Markus Spiegel, dem Doyen der österreichischen Pop- Szene und Falco-Entdecker. Als A&R fungierte dazu-mal ein gewisser Peter Rauhofer, der Mann, der Kruder und Dorfmeister zusammenbrachte, heute Star-DJ in NY und mehrfacher Remix Grammy Gewinner. Für Peter Rauhofers ersten erfolgreichen Dance Produktionen (Club 69) produzierte Clemens die House-Remixe. Sein ganzes Equipment be-stand dazumal aus einem DJ-Mischpult, einem Macintosh Classic, einem Roland-Synthesizer und einem Dynacord-Sampler.

Die beachtlichen Erfolge dieser ersten Vinyl-Produktionen (Hits in NYs Clubs, u.a. italienische Club-charts) führten zu seinem ersten internationalen Plattenvertrag mit den renomierten Hi-Bias Re-cords aus Canada. In weiterer Folge kamen zahlreiche Veröffentlichungen auf John Acquavivas De-finitive Records (Schwesterlabel von Richie Hawtins Plus 8 Records) heraus, einem der wegweisen-den Underground-House Labels.

Besonders erfolgreich waren seine Releases als „Giant Wheel“ auf Strictly Rhythm, dem New Yorker Ur-House-Label, in den Jahren 1995-1996.

Durch den Erfolg dieser Platten in den Clubs und bei den DJ-Kollegen wurde Neufeld Mitte der 90er auf die internationale Bühne gehoben und bespielte mit seinen epischen DJ-Sets die Feiertempel Mitteleuropas von Berlin (WMF, E-Werk, Tresor), Hamburg (Tollhouse), Dresden (Strasse E) über Frankfurt (Omen), Süddeutschland, Belgien, Italien, Osteuropa etc. gemeinsam mit der Creme der internationalen Szene, tourte mit DJs wie Erick Morillo und Frankie Feliciano.

Das auf-der-Stelle-treten der Housemusic Clubs ab Mitte der 90er langweilte ihn aber bald, und er begann seine Produktionen immer radikaler, roher zu gestalten. Sein Sound wurde härter (bzw. „hochenergetisch“, wie er zu sagen pflegt), vorwiegend kompromiss-los atonal und noch individueller.

So entschloss sich Clemens 1996 dazu, eine eigene Plattform zu gründen, FÖN Records wurde ge-boren. Gleichzeitig zog er nach Berlin.Die FÖN-Serie (15 Platten zw. 1996-2000) wurde zum viel beachteten Blueprint des später „Schranz“ genannten, vom Detroit-Sound beeinflussten, metallisch verzerrten Techno.

Neben seinem Autorenlabel FÖN Records veröffentlichte er auch auf befreundeten Labels wie Missi-le, Planet Of Drums, Spiel-Zeug, Confused, Kiddaz FM u.a. seine organisch-maschinelle Tanzmusik.

1999-2002 tourte Neufeld weltweit mit dem Londoner Techno-Pionier Tim Taylor als “DJ One Finger “ im DJ-Team an 4 Plattenspielern gleichzeitig. In Studios in Berlin, New York und San Francisco wurde an Tracks gebastelt, mit dem Anspruch, cutting edge Club-Musik zu machen mit der Strin-genz von Techno und der Laszivität von 70er Disco. Die erfolgreichste Veröffentlichung, “Housefu-cker” (Missile/Universal), war wochenlang Nr.1 in den Deutschen Dance Charts (u.a.), ein anarchi-scher Videoclip lief in high rotation auf MTV und VIVA und anderen europäischen Musiksendern.

Spätestens nach diesen Erfahrungen wollte Clemens wieder von seinem Techno-only Image wegkommen. Gleichzeitig mit seinem Umzug von Berlin zurück nach Wien in 2000 setzte er den Startschuss für sein neues Labelprojekt GIANT WHEEL.

Er tat sich zusammen mit dem Labelmanager Jan Langer aus Bremen, der schon als Betreiber von Confused Recordings und Thomas Schumachers Spiel-Zeug Schallplatten seit Jahren mit Clemens zusammenarbeitete. Der erste Release (Hotzenplotz - Bye Bye Berlin) mit seinem fröhlichen Ver-schnitt zweier 80er Welthits entwickelte sich zu einem der grossen Konsens-Club-Hits im neuen Jahrtausend, bevor es das Genre Bastard-Pop gab.

Während die ersten Releases hauptsächlich aus Clemens eigener Produktion stammten, kamen im-mer mehr Musiker mit parallel verlaufenden musikalischen Visionen dazu: der Wiener Christopher Just, Dory Kahale alias DJ Apollo und DJ Rush aus den USA, die Bremer Labelbrüder Thomas Schu-macher, Oliver Huntemann und Stefan Bodzin alias H-Man, Metal Blade aus Yokohama, DJ Remo aus Mailand mit dem Vocal-Künstler Chelonis R. Jones, Shooting Star John Dahlbäck und Özgür Can aus Schweden, Marc Romboy...

Giant Wheel ist heute eines der meistbeachteten Elektronica-Labels und beweist, das verlässliche Qualität auf Vinyl-Platten auch in Zeiten des Filesharing und der Laptop-DJs bestens funktionert.
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